Fair und wertschätzend kündigen Teil 5 — Die Vorteile des Instruments „Doppelte Freiwilligkeit“

Nicht jeder Personalabbau resultiert zwangsweise in Kündigungen; in vielen Fällen hat die Personalabteilung die Möglichkeit, ausgewählten Mitarbeitern ein Angebot zu unterbreiten, das Unternehmen gegen eine Abfindung zu verlassen – das Instrument der „Doppelten Freiwilligkeit“.

Dabei haben Mitarbeiter die Möglichkeit zu wählen: zwischen einem Aufhebungsvertrag, einer Versetzung innerhalb der Firma oder aber die Karriere in einem anderen Unternehmen fortzuführen. Der Mitarbeiter kann frei entscheiden, ob er das Angebot annimmt – oder nicht.  Ein System, das Vorteile für beide Parteien hat.

Vor allem folgende zwei Punkte sind für Unternehmen entscheidend:

Erstens geht der Abbau schnell und fair vonstatten – und lässt sich gezielter durch das Management steuern: Das Unternehmen kann genau entscheiden, welchen Mitarbeitern ein entsprechendes Angebot unterbreitet wird, beispielsweise bei Überkapazitäten in einer Abteilung. Bei Sozialplänen hingegen besteht die Gefahr, Leistungsträger und High Potentials zu verlieren; außerdem können sich arbeitsrechtliche Diskussionen in die Länge ziehen. Mit dem Instrument der „Doppelten Freiwilligkeit“ vermeiden Unternehmen diese Problematik.

Zweitens wird das Image der Firma gestärkt, da Mitarbeiter freiwillig und einvernehmlich das Unternehmen verlassen: Das Management unterstützt Mitarbeiter bei ihrer beruflichen Entscheidungsfindung, ob sie eine andere Position in der Firma bekleiden möchten oder ihre Karriereperspektive außerhalb der Firma sehen – meist mit der Unterstützung von externen Berufs- und Karriereberatern. Ein Punkt, der für die Außenwahrnehmung von größter Wichtigkeit ist und den Ruf des Unternehmens in der Region erheblich verbessert.

Und auch bleibende Mitarbeiter sehen, es wird fair und anständig mit den Gehenden umgegangen. Ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden darf, denn diese sind womöglich verunsichert und fragen sich: „Bin ich der Nächste, der gehen muss?“

Für Arbeitnehmer ist das Instrument der „Doppelten Freiwilligkeit“ in zweierlei Hinsicht  interessant:

Sie erhalten vom Unternehmen professionelle Unterstützung und somit eine bessere Möglichkeit, ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen: In vielen Fällen werden extra Newplacementberater engagiert, die Mitarbeitern bei ihrer beruflichen Neuorientierung strategisch und praktisch unter die Arme greifen. Mitarbeiter erhalten so einen Partner auf Augenhöhe, der sie neutral und kompetent berät zu allen Fragen des Arbeitsmarkes und der individuellen Weiterentwicklung.

In Einzelfällen sind Konditionen nicht fest, sondern frei verhandelbar; Arbeitnehmer haben so die Möglichkeit eine großzügige Abfindung zu erhalten und sind finanziell gut abgesichert. Sie haben langfristig gesehen eine bessere Perspektive auf dem Arbeitsmarkt.

Manche Unternehmen arbeiten auch mit sogenannten „Turbo Prämien“, die zusätzlich zur Abfindung ausgezahlt werden: hat der Arbeitnehmer beispielsweise eine Kündigungsfrist von sechs Monaten und geht bereits nach zwei Monaten, bekommt er die restlichen vier Monate erstattet. Oder es gibt eine zusätzliche Prämie, wenn sich der Mitarbeiter bis zu einem bestimmten Zeitpunkt für den Aufhebungsvertrag mit bekannten Konditionen entscheidet.

Da Arbeitgeber und Arbeitnehmer beidseitig vom Instrument der „Doppelten Freiwilligkeit“ profitieren, ist dieses Vorgehen ein positives Beispiel, wie Trennungsprozesse reibungsloser und vor allem sozial verträglicher gestaltet werden können.

Lesen Sie in Teil 6 unserer Serie „Fair und wertschätzend kündigen“, weshalb es für Unternehmen erfolgsentscheidend ist, wie sie mit gekündigten Mitarbeitern umgehen.

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