Fair und wertschätzend kündigen Teil 6 — Unterstützen Sie aktiv gekündigte Mitarbeiter!

Entlassungen gehören zu den emotional schwierigsten Lebensereignissen eines Mitarbeiters: Nicht nur wird durch eine Kündigung der schriftliche Arbeitsvertrag aufgehoben, sondern auch der psychologische, also die Fürsorge, die das Unternehmen übernommen hat. Für den Entlassenen bedeutet das erhebliche Einschnitte in seine finanzielle, soziale und oft auch gesundheitliche Situation: Er verliert sein Einkommen, lang aufgebaute soziale Kontakte und teilweise den Glauben an sich selbst und seine Fähigkeiten.

Steht ein Personalabbau bevor, ist es Aufgabe der Geschäftsführung, aktiv solchen Ängsten entgegenzuwirken. Wichtigste Voraussetzung: die Gefühle der Mitarbeiter anzuerkennen, egal ob Fassungslosigkeit, Wut, Trauer, Enttäuschung oder Angst. Kümmern Sie sich nicht nur um die offensichtlich, sondern auch um die leise Trauernden; denn je nach Persönlichkeit geht jeder Ihrer Mitarbeiter anders mit einer solchen Situation um. Das geht natürlich nicht am Schreibtisch, sondern nur  bei den Mitarbeitern vor Ort; gehen Sie in die Abteilungen und suchen Sie den Kontakt. Antworten Sie so konkret und ehrlich wie möglich. Denn mit Ausreden oder Rechtfertigungen demontieren Sie sich – und verspielen das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter. Es sind die kleinen Gesten, die das Betriebsklima wieder verbessern.

Sorgen Sie zudem für ein Höchstmaß an Normalität. Das heißt, die entlassenen Mitarbeiter nicht mit Samthandschuhen anzufassen, sondern sie aktiv einzusetzen und weiter in den Arbeitsprozess zu integrieren. Haben Ihre Mitarbeiter früher Geburtstagskarten oder kleine Geschenke erhalten? Oder aber für besondere Leistungen eine Anerkennung erhalten? Dann tun Sie es auch weiterhin.

Auch bei einer Freistellung sollten Sie Ihren Mitarbeitern vermitteln, wie wichtig es ist, Aufgaben ordentlich zu übergeben bzw. abzuschließen. Alle Prozesse müssen schließlich am Laufen gehalten werden. Ansonsten suggerieren Sie, sie hätten in der Vergangenheit nichts Substanzielles geleistet oder wären nicht wertvoll für die Firma gewesen. Denn genau das – ein starkes Selbstbewusstsein – brauchen Gehende für den anstehenden Bewerbungsprozess!

Darüber hinaus sollten Sie folgende drei Punkte beachten:

Erstens überlegen Sie frühzeitig, welche Angebote Sie für Ihre Mitarbeiter bereitstellen können, beispielsweise im Bereich der Weiterbildung oder beruflicher Neuorientierung. Wer sich aus einer Anstellung heraus bewirbt, hat immer bessere Chancen als ein Arbeitssuchender ohne Betätigung.

Zweitens geben Sie Ihren Mitarbeitern alle Freiräume, die sie brauchen, um sich beruflich neu zu orientieren und sich zu bewerben. Stellen Sie aber auch klar, dass dies frühzeitig kommuniziert und organisiert sein muss, um die Produktivität nicht zu gefährden.

Drittens erkundigen Sie sich bei Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden nach freien Stellen für Ihre Mitarbeiter. Werden Sie kreativ und veranstalten Sie beispielsweise eine Jobbörse mit internen Stellenausschreibungen von lokalen Unternehmen.

Mit diesen Maßnahmen helfen Sie nicht nur den Betroffenen, sondern senden auch ein Signal an verbleibende Mitarbeiter – denn wie Sie mit gekündigten Mitarbeitern umgehen, spielt eine zentrale Rolle für das künftige Engagement und Loyalität Ihrer verbleibenden Belegschaft.

Mehr dazu in Teil 7 unserer Serie „Fair und wertschätzend kündigen“.

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