Fachkräftemangel in Deutschland: Was Unternehmen gegen den Fachkräftemangel tun können

Lieferengpässe, Konjunkturschwankungen, Digitalisierung, Klimawandel  –  das sind alles wichtige Themen auf der Agenda deutscher Unternehmen. Nummer Eins auf der Prioritätenliste ist allerdings der massive Fachkräftemangel hierzulande. Das geht unter anderem aus dem aktuellen Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ›EY‹ hervor. Auf die Frage »Was sind aus Ihrer Sicht derzeit die größten Gefahren für die Entwicklung Ihres Unternehmens?« gaben 67 Prozent den Fachkräfteengpass an.

Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr beklagte kürzlich in einem Interview mit der WirtschaftsWoche, dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft abbremse und es 400.000 zugewanderte Fachkräfte aus dem Ausland benötige, um diese Lücke zu füllen. Und der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, mahnte gegenüber der Deutschen Presseagentur: »Wichtig ist, dass wir möglichst alle potenziellen Arbeitskräfte im Inland gewinnen und erst recht niemanden verlieren«.

Verantwortung übernehmen

Durch den digitalen Wandel entstehen neue Arbeitsplätze, aber auch neue Anforderungsprofile. Gleichzeitig fallen dadurch aber auch Stellen weg. Darüber hinaus altert die deutsche Gesellschaft zunehmend. In den kommenden Jahren geht eine Vielzahl der Babyboomer in Rente. Wirtschaft und Politik müssen also Verantwortung übernehmen und den Engpass an ausgebildetem Personal stoppen.

Unternehmen stehen vor der Aufgabe, auf der einen Seite neue Fachkräfte zu gewinnen  –  und auf der anderen Seite die eigenen Fachkräfte zu binden, denn: Viele Fachkräfte hierzulande sind sich ihrer Wichtigkeit bewusst. In der Umfrage »Wechseln oder bleiben?« von ›Meinestadt.de‹ gehen 57,2 Prozent der Fachkräfte fest davon aus, sich aufgrund der eigenen Qualifikation und Erfahrung ihren Job aussuchen zu können. Was können Unternehmen also tun, um ihre Fachkräfte zu binden und neue Leute zu finden?

Neue Wege gehen

Christian Dürr fordert, ebenso wie die ›Bertelsmann-Stiftung‹, Fachkräfte aus anderen EU-Mitgliedsstaaten anzuwerben. Das ist definitiv ein Mittel, um neue Fachkräfte zu gewinnen, sollte aber nicht das einzige sein. Denn: Wer gesellschaftliche Verantwortung  –  eine Tugend des ›ehrbaren Kaufmanns‹  –  übernehmen möchte, sollte auch die Menschen hierzulande stärker einbinden. Beispielsweise können Unternehmen schon frühzeitig auf Jugendliche zugehen und sie über Berufsausbildungen informieren. Oder in Fachhochschulen und Universitäten junge Erwachsene ansprechen und sich somit eine Bewerber*innen-Pipeline aufbauen.

Wo möglich, können Unternehmen auch das ständige Arbeiten im Home-Office anbieten. Dadurch vergrößern sie ihren Kandidaten-Pool. So kann ein Unternehmen aus Niedersachsen auch Fachkräfte aus Bayern, Hessen oder Thüringen einstellen. Home-Office, flexible Arbeitszeiten und höhere Löhne sind auch Anreize für die vorhandenen Fachkräfte, im Unternehmen zu bleiben. Wenn Verantwortliche den Fachkräftemangel ernsthaft begegnen wollen, sollten sie offen für solche Veränderungen sein und neue Wege gehen.

Mit Re- und Weiterbildung gegen den Fachkräftemangel. Foto: Fakurian Design @unsplash.com

900 Mio. Euro für Weiterbildung verfügbar

Laut Detlef Scheele gelte es, so viele Menschen im Erwerbsleben zu halten, wie möglich. Alle von Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeitende dürften nicht aus der Arbeitswelt ausscheiden. Stattdessen sollten Unternehmen sie weiterbilden und beschäftigungsfähig machen. Für das Jahr 2022 hat die Bundesagentur für Arbeit 900 Millionen Euro für Weiterbildungen in der Kasse. Unternehmen sollten dieses Geld nutzen und ihre eigenen Leute umschulen oder weiterbilden, sodass die Mitarbeitenden von heute die Aufgaben von morgen erledigen können.

Dazu gehört auch, Geringqualifizierte stärker an den Weiterbildungen zu beteiligen. Hier sind Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter gefragt, auf die Belegschaft zuzugehen und sie von Weiterbildungsangeboten zu überzeugen. Gleichzeitig sollten die Arbeitnehmer bereit für Veränderungen und neue Aufgaben sein. Das Qualifizierungschancengesetz fördert Menschen, die von der Digitalisierung betroffen sind  –  unabhängig von Betriebsgröße, Alter und Qualifizierung. Das Jobcenter übernimmt die Weiterbildungskosten und bezuschusst den Lohn während der Weiterbildungszeit. Wer Fachkräfte entwickeln will, sollte dieses Angebot unbedingt nutzen.

Die Qualifaktur®: 90 Prozent Erfolgsquote

Wenn die Aufgabenbereiche von Mitarbeitenden obsolet werden, muss sich das Unternehmen nicht unbedingt von ihnen trennen. Sie können ihnen auch die Chance geben, sich weiterzubilden. In sogenannten Qualifizierungseinheiten können sich vom Arbeitsplatzverlust betroffenen Mitarbeitende umorientieren  –  und mit neu erworbenen Kompetenzen im Unternehmen neupositionieren oder an ein anderes Unternehmen verliehen werden.

Noch einen Schritt weiter geht die Qualifaktur®. Dieses Format bündelt klassische Transferinstrumente mit innovativen Employability-Tools  –  und gehört mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent zu den nachhaltigsten und effizientesten Maßnahmen am Markt. Unter bestimmten Kriterien fördert die Bundesagentur für Arbeit die Maßnahmen. Müssen Unternehmen einen Bereich abbauen, können sie die Betroffenen in die Qualifaktur® übermitteln. Diese ist wie ein Unternehmen aufgebaut: Es gibt unterschiedliche Abteilungen, in denen die Betroffen gemeinsam daran arbeiten, sich weiterzubilden und eine neue Aufgabe zu finden. Die Ziele der Abteilungen bestehen darin, die eigenen Stärken herauszuarbeiten, mögliche Weiterbildungsangebote wahrzunehmen, Beziehungen zu potenziellen Arbeitgebern aufzubauen und offenen sowie verdeckte Stellen ausfindig zu machen.

Mit Gruppendynamik zum Erfolg

Je nach Bedarf und Teilnehmeranzahl können die Abteilungen innerhalb der Qualifaktur® auch angepasst werden. All den Bereichen stehen erfahrene Personalexperten, psychologische Berater und Juristen zur Seite, die die Beteiligten bei der Neuorientierung begleiten. Bei der Qualifaktur® geht es vorrangig um die Beschäftigungsfähigkeit. Weiterbildung ist dabei ein wichtiges Mittel, um die Betroffenen fit für den Arbeitsmarkt 4.0 zu machen und ihnen den Zugang zu Stellenageboten zu erleichtern.

Da alle Beteiligten gemeinsam am Projekt ›Neuer Arbeitsplatz‹ arbeiten und sich gegenseitig unterstützen, entsteht eine positive Eigendynamik, bei der sie sich gegenseitig befähigen. In der Qualifaktur® organisiert, finden die Beteiligten wesentlich mehr Weiterbildungs- und Stellenangebote, als wenn sie allein oder mit einzelnen Outplacement-Beratungen arbeiten würden. Die Chance der Betroffenen steigt so enorm, zeitnah eine Neuanstellung zu finden oder sogar im selben Unternehmen in einem anderen Bereich wieder eingesetzt zu werden. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.

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