Den Quereinstieg erfolgreich meistern: In wenigen Wochen den Fachbereich wechseln?

In Teil 1 und 2 unserer Serie „Den Quereinstieg erfolgreich meistern“ haben wir bereits erörtert, was es beim Berufswechsel zu beachten gilt und wo sich ein Quereinstieg besonders lohnt. Heute erläutern wir, warum Employability in einer sich wandelnden Arbeitswelt zunehmend wichtiger wird  –  und wie sich Umschulungen in nur wenigen Wochen gestalten lassen.

Beschäftigungsfähigkeit steigern

Die großen gesellschaftlichen Umbrüche der letzten Jahrhunderte gingen immer mit einem bahnbrechendem Technologiewandel einher, der sich unmittelbar auf die Arbeitswelt auswirkte. Spätestens seit die Regierung 2011 unter dem Kabinett Merkel II mit dem Begriff „Industrie 4.0“ die vierte industrielle Revolution in Deutschland einleitete, befinden sich unsere Wirtschaft und Gesellschaft in einem solchen Umbruch, in einer digitalen Transformation. Digitale Technologie vereinfacht Arbeitsschritte und Prozesse vor allem von monotonen und körperlich anstrengenden Aufgaben derart, dass in Zukunft eine große Anzahl an Stellen obsolet wird.

Die Gestaltung der beruflichen Station hat sich dadurch ebenfalls gewandelt: Vor 15-20 Jahren war es noch besonders wichtig, sich in seinem Berufsfeld immer weiter zu spezialisieren, um seine Stelle zu sichern. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt, der digitale Wandel und die zunehmende Marktdynamik erfordern allerdings eher eine Anpassungsfähigkeit an die sich ändernden Rahmenbedingungen. Die Fähigkeit, trotz Wandel am Arbeits- und Berufsleben teilzunehmen, nennt sich Employability (Beschäftigungsfähigkeit). Heute gilt: Wer beschäftigungsfähig bleiben möchten, sollte wandlungsfähig sein und offen dafür, sich auch in neuen Branchen nach einer Stelle umzuschauen.

Foto: Nick Fewings @unsplash.com

Berufe der Zukunft

Der digitale Wandel macht nicht nur Stellen obsolet  –  er bringt auch neue Stellen hervor. Schon heute sind beispielsweise Data Analysten, Data Scientists oder Virtual Reality Entwickler die Berufe mit Zukunft. Aber auch andere Stellen aus dem IT-Bereich werden zunehmend benötigt. In Deutschland sind ca. 86.000 IT-Stellen unbesetzt. Besonders händeringend suchen Unternehmen Programmierer und IT-Administratoren. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hervor. Vor dem Hintergrund lohnt sich ein Blick in diese Branche  –  besonders für Mitarbeitende aus nicht-krisenfesten Branchen oder von der Digitalisierung betroffenen Stellen. Denn: Die Umschulung zu einigen Berufsfeldern in der IT geht vergleichsweise schnell. Grundvoraussetzungen sind ein Interesse an IT- und Informatikthemen sowie die Bereitschaft für Neues.

Coding-Bootcamps

Es erfordert kein Studium, um Programmieren zu lernen. In Deutschland gibt es immer mehr sogenannter Coding-Bootcamps, in denen sich Interessierte in 6 bis 13 Wochen die nötigen IT-Kenntnisse aneignen können. Beispielsweise zum Full-Stack-Developer, der sich um Software- oder Webentwicklung kümmert und mehrere Programmiersprachen lernen muss. Oder zum UX/UI Entwickler, der sich um die Nutzerfreundlichkeit und Interaktion des Web- oder Softwaredesigns mit dem Nutzer kümmert. Oder auch zum App-Entwickler, der  –  ähnlich wie der Full-Stack-Developer  –  mobile Applikationen programmiert. Je nach Bootcamp kosten diese Schnellausbildungen einige Tausend Euro. Einige Anbieter, wie die Craft Academy aus Schweden, erstatten die Kosten allerdings zurück, wenn jemand im Anschluss an die Ausbildung keine Stelle findet. Oft passiert das nicht: Viele Anbieter haben ein gutes Netzwerk an Unternehmen, die Programmierer und andere IT-Fachleute suchen. Somit agieren sie auch als Job-Vermittler.

Schnellkurse und Umschulungen

Noch ist das Bootcamp-Modell nur auf den IT-Bereich fokussiert. Das kann sich aber noch ändern. Etwas länger als die Coding-Bootcamps dauern Umschulungen in anderen Fachbereichen. Interessierte können sich beispielsweise in 6 Monaten zum Fachlageristen umschulen lassen, in 12 Monaten zur Betreuungskraft oder Gastronomie-Manager  –  und in 18 Monaten zum Krankenpfleger. Umschulungen sind Ausbildungen, die ca. ein Drittel kürzer sind als herkömmliche Ausbildungen. Auch gibt es sogenannte Crash- oder Schnellkurse, in denen sich Interessierte weiterbilden können, um ihren Kompetenzbereich zu erweitern, z.B.: Schnellkurs „Datenschutz“, Schnellkurs „Windkraftanlagen kompakt“ oder „Arbeiten in neuen Arbeitsformen“. Für diese Crashkurse ist allerdings  –  anders als bei den Bootcamps  –  eine Ausbildung in einem ähnlichen Fach Voraussetzung.

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Von der Arbeitsagentur finanziert

Die Agentur für Arbeit stellt für einige Coding-Bootcamps, Umschulungen und Schnellkurse einen Bildungsgutschein aus. Welche Voraussetzungen Sie für den Erhalt erfüllen müssen, klären Sie am besten direkt mit der Bundesagentur für Arbeit. Auf der Plattform KURSNET der Arbeitsagentur ist eine Vielzahl an Kursen Um- und Weiterbildungen abgebildet.

Employability: Am richtigen Platz

Coding-Bootcamps, Schnellkurse und Umschulungen helfen dabei, schnell den Quereinstieg zu meistern und somit in Zeiten des Wandels beschäftigungsfähig zu bleiben. Der dadurch entstandene Knick im Lebenslauf macht heute auch nichts mehr aus: Viele Unternehmen erkennen darin eher die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und das Interesse, neue Wege zu gehen.

Schauenburg  –  Die Personalumbauer unterstützt Unternehmen und Mitarbeiter*innen ebenfalls bei der Vorbereitung und Suche nach Kursen, um beschäftigungsfähig zu bleiben und langfristig am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können. Eine vollständige Übersicht über unsere Leistungen rund um den Abbau, Umbau und Aufbau von Mitarbeitern können Sie sich hier herunterladen (PDF).

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